Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wie wir uns verhalten, wird gerade bei so alltäglichen Dingen wie Essen und Trinken von Routinen geprägt. „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ – diese Volksweisheit drückt aus, das die Nahrungsaufnahme für uns nicht nur „Hunger stillen“ bedeutet. Ob man ein schnelles Pasta-Gericht oder ein Sonntagsessen zubereitet, frisch und saisonal müssen die Zutaten sein und wer dann mit Liebe kocht, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.
Zum Glück habe ich keine Gewichtsprobleme – nein ganz im Gegenteil ich könnte ein paar Kilo mehr gut vertragen. Deshalb koche ich oft deftig, Sahne und Butter sind fast in allen Gerichten enthalten. Aber genauso frische Kräuter wie Schnittlauch, Basilikum, Thymian und Petersilie. Die bayerische Küche ist deftig und „sooo guad“. In meiner Kindheit habe ich Gerichte gegessen, die heute fast in Vergessenheit geraten sind, wie zum Beispiel ein saures Kartoffelgemüse, Würstlgulasch, oder ein pikantes Rinderherz. Kalbslüngerl gab es früher sehr häufig, mein Opa liebte es und ich auch. Als ich kürzlich in unserer Metzgerei nach Kalbslüngerl fragte, meinte die Verkäuferin, ob ich Lüngerl für den Hund benötige. Habe es dann gelassen, denn meine Tochter ist kein großer Fan von Innereien und ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob es mir heute noch schmecken würde. Der Geschmack verändert sich im Laufe des Lebens und beim Lieblingsgericht von gestern – wie zum Beispiel bei Sülze, schlägt der Magen heute Alarm.
Fleisch gab es in meiner Kindheit meist nur am Sonntag. Dazu Gemüse und Kartoffel, die im Herbst in großen Mengen gekauft wurden und im Keller lagerten. Heute kaufe ich Kartoffeln nach Bedarf, frisch und die Menge die ich brauche. Dagegen ist der Vorratsschrank voll mit Pasta in allen Formen. Mir macht es großen Spaß neue Gerichte auszuprobieren und leider muss ich zugeben, dass es auch schon mal in die Hose ging und ich einen zweiten Anlauf gestartet habe. Neben meiner Neugier für neue Rezepte habe ich auch immer versucht alte Gerichte zu verfeinern und verbessern. Kochen ist für mich viel mehr als nur die Zubereitung von Nahrung. Wer gut und abwechslungsreich kocht, tut auch seinem Körper und Seele etwas Gutes.
